Feeds:
Beiträge
Kommentare

Der kleine Weltfrieden

Was der Welt im großen Stil wohl zu meinen Lebzeiten und weit darüber hinaus nicht gelingen wird, habe ich heute im Kleinen erlebt. Was jetzt schon klingt, wie ein romantisches, prärevolutionäres Märchen, hat sich tatsächlich zugetragen – man mag es nicht glauben.

Im Salzburger Stadtteil Schallmoos, nahe dem lärmenden Hauptbahnhof, in einem leicht heruntergekommen wirkenden Viertel steht ein Studentenheim namens Merian – benannt nach seinem Standort, der Merianstrasse 40. Gestern abend trug sich ein kleines Sportereignis zu, dem die Belegschaft des Hauses in großer Zahl als Teilnehmer wie auch Zuseher beiwohnte. Es war das erste seiner Art, den selbst das letztsemesterliche Tischtennisturnier würde keinem ernstgemeinten Vergleich standhalten.

“Merian Olympia”, so der hochtrabende Titel. Jeder der…

HIER weiterlesen (rigardi.org)

Jetzt mal ehrlich…

…da hakt es doch irgendwo gewaltig im Oberstübchen?

Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hat einen neuen Vorschlag in die aktuelle Asyldebatte eingebracht. Das Strafregister von Asylwerbern sollte von der Behörde veröffentlicht werden dürfen. Auf freiwilliger Basis, betont Pröll. (…)

„Wenn ein Asylwerber an die Öffentlichkeit geht“, sollte es auch möglich sein, dass die Behörde dies tue, so Pröll. Der Asylwerber solle freiwillig der Behörde die Möglichkeit geben, dass diese seinen Strafregisterauszug veröffentlichen dürfe, erläuterte der Landeshauptmann. [lesen]

Okay, meine Herren Platter und NÖ-Pröll. Abgesehen davon, dass es himmelschreiende Scharlatanerie ist, die Möglichkeiten von Aslywerbern (die wie in den letzten, bekannten Fällen kaum eine andere Option als den Weg an die Öffentlichkeit haben) mit den Hebeln gleichzusetzen, auf denen die Behörden bzw. das Innenministerium sitzt, lasst uns mal darüber nachdenken, zu was das führt.
Weiterlesen »

Hört man dieser Tage das Wort „Kosovo“, denkt man unweigerlich an den Fall Zogaj aus dem oberösterreichischen Frankenburg, der seit Wochen die zentrale Aufmerksamkeit der Medien genießt. Dias Schicksal von Arigona und ihrer Familie, die zum Teil bereits in den Kosovo gebracht wurde, ist bei all ihrer Tragik nur eines von vielen ähnlichen Schicksalen.

Ähnlich gelagert ist jener der Familie Zeqaj (nein, kein Tippfehler) aus Wieselburg/Niederösterreich. Auch hier hat sich eine Familie bereits eingelebt und gut integriert während die Mühlen der Asylrechtssprechung viel zu langsam arbeiteten. Sie steht, trotz fehlender Perspektiven im albanischen Grenzgebiet, kurz vor ihrer Abschiebung.

Denis ist 16 Jahre jung und, wenn er nicht gerade vor seiner drohenden Abschiebung in den Kosovo flüchten muss, wohnhaft in Wieselburg. Dort hat er die Hauptschule besucht und dort wollte er auch eine Lehre als Kellner absolvieren. Die Lehrstelle hatte er, die Beschäftigungsbewilligung nicht. Deswegen war Denis gezwungen, seine Zeit zu Hause zuzubringen – bis er vor wenigen Tagen von der Polizei abgeholt wurde, um „reisefertig“ gemacht zu werden. Denis hat viele Freunde in Wieselburg, die nicht verstehen, warum er nicht mehr bei ihnen sein kann. Denis hat aber auch eine Familie.

Initiativen für die Zeqajs präsentieren sich auch im Internet:

„Wir für Denis“ (Die Grünen) | „Denis kehrt zu uns“ (Verwandte/Freunde)

Seit der „Aktion Scharf“ des Innenministeriums häufen sich tragische Einzelschicksale. Im Politjargon spricht man von „Härtefällen“, die das von der Regierung Schüssel II eingeführte Fremdenrecht nun produziert.

Wir finden, dass jeder Einzelne dieser Fälle Erwähnung verdient hat, und werden zukünftig jeden dieser „Härtefälle“ der uns bekannt wird mit einem eigenen Beitrag bedenken.

Den Anfang macht das sechsmonatige Baby einer Nigerianerin, dessen wohl erstes von der Republik Österreich ausgestellte Dokument ein Abschiebebescheid ist, und der Mutter empfohlen wird, in Nigeria’s Hauptstadt Abuja unterzutauchen und als Kellnerin, Telefonwertkartenverkäufern oder andeutungsweise als Prostituierte zu arbeiten. Skandalös, traurig, doch leider Alltag unter einem Innenminister Platter.

Mehr dazu hier…

Es gibt nur einen Moment, wo ich es immer wieder bereue, Geschichte zu studieren. Geschichtswissenschaft ist eine Allroundwissenschaft des „Verstehens“. Man glaubt selbst als Student gar nicht daran, wie oft man schon die Gegenwart besser als zuvor versteht. Je mehr ich die Gegenwart von der Vergangenheit ableiten kann, um so schmerzhafter ist es. Denn so werden besonders große Blödheiten noch blöder, noch irrsinniger, ja erbärmlich. Dann schlage ich mir auf die Stirn und frage mich „Wie kann das im Informationszeitalter eigentlich passieren?“.

Dass Österreich in Europa neben Weißrussland DAS integrationsfeindliche Land ist, dürfte Realisten nicht verborgen geblieben sein. Mehr Sorgen macht mir eine gezielte Frage an das „Volk“, ob denn Einwanderer unsere Kultur bereichern würden. Ein Großteil von den Österreichern verneint das. Das ist wahrlich erbärmlich. Diese Antwort zeigt nicht nur, wie weit entfernt diese Leute von der Gegenwart sind, weil noch immer nicht durchgedrungen ist, dass Österreich im Vergleich ein noch beliebteres Einwanderungsland als die Vereinigten Staaten von Amerika darstellt, sondern auch die kategorische Unbildung über unsere Geschichte.
Weiterlesen »

Du kummst do net rein!

140 berücksichtigte Indikatoren, Platzierungen zwischen 18 und 22 in jeder Kategorie bei 28 untersuchten Ländern. Was wir eigentlich längst wissen (und kaum was dagegen tun) hat es in einer Studie nun auch zu Papier geschafft: Österreich ist integrationsfeindlich!

Österreich zählt in Europa zusammen mit der Slowakei, Griechenland und Zypern zu den Ländern mit besonders schlechten Bedingungen für die Integration von Ausländern.

Das geht aus einem Vergleich der Integrationspolitik hervor, den das British Council und die Migration Integration Policy Groupe am Montag in Brüssel vorgestellt haben. Das integrationsfreundlichste Land in der EU ist Schweden gefolgt von Portugal und Belgien, das integrationsfeindlichste Lettland.

Hier weiterlesen.

RECHT HAT ER

„Ich schäme mich, hier ein Österreicher zu sein“: Bei einer Demo vor dem Innenministerium in der Herrengasse ließ Alexander Van der Bellen seiner Empörung freien Lauf.